Häufig gestellte Fragen
FAQ - Frequently Asked Questions
Zum EEG-Anlagenregister
F: Handelt es sich bei der EnergyMap um das im EEG erwähnte Anlagenregister?
A: Nein.
F: Wann kommt das offizielle Anlagenregister?
A: Uns ist nicht bekannt, ob und wann ein solches Register eingerichtet wird.
F: Worin unterscheidet sich die EnergyMap vom EEG-Anlagenregister?
A: Die EnergyMap will deutlich mehr abdecken, als es das EEG für das Anlagenregister vorsieht. Im Kontext des Registers wäre ein großer Unterschied, dass wir den Netzbetreibern nicht vorschreiben können, welche Daten sie uns wie liefern müssen. Weiterhin dürfen wir für die Überprüfung, Pflege und öffentliche Publikation der Daten keine Gebühren von den Netzbetreibern verlangen.
Zur EnergyMap
F: Was will die EnergyMap?
A: Wir wollen die Erfolge des EEG und den Ausbau der Erneuerbaren Energien sichtbar machen. Da dieser Ausbau regional mit extrem unterschiedlichem Engagement betrieben wird, halten wir die reine Darstellung der "Summe" auf der Ebene der Bundesrepublik für uninteressant und vielleicht sogar für irreführend. In vielen Regionen wurden 100% Erneuerbare Energien bereits erreicht. Diese regionale Energie-Revolution wollen wir dokumentieren.
F: Wer finanziert die EnergyMap?
A: Im Prinzip die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS). Auch der RAL Güteschutz Solar hat sein Interesse und eine Unterstützung zugesagt. Jedoch ist die EnergyMap bisher auf rein ehrenamtlicher Basis innerhalb der DGS entstanden.
F: Ist die EnergyMap die neue Solarbundesliga?
A: Nein. Die Solarbundesliga verfolgt ein anderes Ziel und fokusiert auf Solarstrom- und Solarwärmeanlagen. Die Meldungen der Solarbundesliga-Daten erfolgen durch rein persönliches Engagement innerhalb der teilnehmenden Städte und Gemeinden. Eine Zusammenarbeit zwischen der EnergyMap und der Solarbundesliga ist aber denkbar, denn wir können im Bereich der Solarstromnutzung sehr genau Daten bereitstellen.
F: Erfaßt die EnergyMap auch Holzheizungen, Passivhäuser, Pflanzenölautos, Ökolandwirtschaft etc.?
A: Nein. Die EnergyMap fokusiert sich bis auf weiteres rein auf die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien.
F: Wie berechnet sich die "% EE"-Einstufung?
A: Da nur für wenige Regionen exakte Verbrauchszahlen verfügbar sind, wenden wir im ganzen Bundesgebiet die gleiche Berechnungsmethode an. Wir gehen von einem typischen Stromverbrauch aus. Dieser beträgt heute pro Einwohner rund 7,5 MWh pro Jahr und setzt sich zusammen aus dem statistisch gemittelten Verbrauch in den vier Sektoren (Privat, Verkehr, Gewerbe, Industrie).
- Stromverbrauch = Einwohnerzahl x ca. 7,5 MWh (durchschnittlicher Stromverbrauch eines Bundesbürgers pro Jahr)
- EE-Stromproduktion = Summe aller Anlagenerträge pro Jahr
- % EE = EE-Stromproduktion / Stromverbrauch x 100
F: Was wird sich an der Berechnung der "% EE" noch ändern?
A: Folgende Punkte wollen wir als nächstes realisieren:
- Für Anlagen deren Erträge noch nicht bekannt sind, werden bisher pauschale Anlagenerträge (kWh je kWpeak) angenommen. Diese Werte wollen wir besser auf den regionalen Standort abstimmen.
- Einbindung von Erneuerbaren Energien, die nicht über das EEG gefördert werden (z.B. alte Wasserkraft).
F: Wie hoch sind die pauschalen Anlagenerträge?
A: Derzeit arbeiten wir für jede Technologie mit einem bundesweit einheitlichen Durchschnittswert. Aufgrund der Datenlage konnten hierfür nur Anlagen mit einer Inbetriebnahme vor dem 1.1.2008 berücksichtigt werden. Wir haben deren bekannte Jahreserträge ausgewertet und entsprechende Durchschnittswerte berechnet:
- 900 kWh/a je kW Solarstrom
- 1800 kWh/a je kW Windkraft
- 3100 kWh/a je kW Wasserkraft
- 3500 kWh/a je kW Biomasse
- 2500 kWh/a je kW Klärgas etc.
- 5900 kWh/a je kW Geothermie
F: Warum haben Bundesländer wie Bayern eine so niedrige "% EE"?
A: Weil gerade in Bundesländern wie Bayern extrem viel alte aber große Wasserkraftwerke stehen. In Bayern fehlen deshalb im Datenbestand rund 13 TWh Strom aus alter Wasserkraft.
Zum Datenbestand
F: Woher kommen die in der EnergyMap publizierten Daten der EEG-Anlagen?
A: Aufgrund der gesetzlichen Grundlage des EEG sind die Netzbetreiber zu einer Veröffentlichung der Angaben im Internet verpflichtet.
F: Sind wirklich alle Anlagen enthalten?
A: Nein. Auch wenn es in der Theorie so sein sollte, so finden sich auch weiterhin nicht alle Anlagen in den Meldungen der Übertragungsnetzbetreiber.
F: Sind auch "Nicht-EEG"-Anlagen enthalten?
A: Nein. Derzeit sind nur Anlagen aus den EEG-Meldungen enthalten. Damit fehlen gerade in Süddeutschland große Anteile an erneuerbarem Wasserkraftstrom.
F: Werden die Daten tatsächlich "unverzüglich" veröffentlicht?
A: Nein. Bisher ist nicht zu erkennen, dass die Energieversorger tatsächlich alle neu gebauten Anlagen binnen einem Monat auch im Internet bekanntgegeben werden. Viele Netzbetreiber melden die Daten immer noch nur einmal im Zuge der Jahresabrechnung, d.h. bis Ende Mai des Folgejahres. Somit tauchen Anlagen im Extremfall erst 18 Monate (!) nach Inbetriebnahme im Datenbestand auf.
F: Sind die Daten von guter Qualität?
A: Teilweise. Manche Netzbetreiber publizieren vorbildliche Informationen. Bei anderen werden Daten gezielt weggelassen oder man wundert sich gar, wie es mancher Datenmüll in die Anlagenstammdaten geschafft hat. Computer waren da sicherlich nicht am Werk.
Im Moment stellen vor allem die fehlenden bzw. nicht verfügbaren Ertragsmeldungen das größte Problem dar.
F: Was sind die größten Qualitätsprobleme?
A: Die Probleme ändern sich laufend. Den aktuellen Stand finden Sie immer im Download-Bereich dokumentiert. Zu den aktuell größten Strukturproblemen zählt, dass wir Anlagen nie eindeutig identifizieren können, da der Anlagenschlüssel nicht für die Lebensdauer einer Anlage gleich bleibt. Erschwerend kommt hinzu, dass für die Standorte auch keine genauen GPS-Koordinaten dokumentiert werden.
F: Auf wie vielen Daten baut die EnergyMap auf?
A: Zum aktuellen Zeitpunkt (Stand Juli 2010) arbeitet die EnergyMap mit folgenden Datenmengen:
- ca. 650.000 Meldungen von EEG-Anlagen
- ca. 60.000 bekannte Regionen
- ca. 60.000 Internet-Seiten mit einem Datenumfang von ca. 800 MB
- ca. 1.000 Megabyte für geografische Kartendaten
- ca. 50.000.000 abgeleitete, regionale EE-Kennzahlen
F: Wo kann ich die Rohdaten bekommen?
A: Sie können entweder, so wie wir, die Daten von den einzelnen Netzbetreibern abrufen, oder Sie laden die von uns aufbereiteten EEG-Meldedaten einfach aus unserem Download-Bereich.
F: Wie oft werden die Rohdaten aktualisiert?
A: Wir haben hier keine festen Vorgaben, jedoch werden wir versuchen ca. alle 3 Monate eine neue Auswertung online zu stellen.
F: Verstößt die Veröffentlichung der Rohdaten nicht gegen den Datenschutz?
A: Nein. Zum einen verlangt der Gesetzgeber ausdrücklich eine für jeden Bürger zugängliche Internetveröffentlichung. Zum anderen sind keine geheimen, personenbezogenen Daten enthalten. Aus der Standortadresse ergibt sich nicht automatisch der Eigentümer einer Anlage. Selbst Solarstromanlagen werden oft als Gemeinschaftsprojekt realisiert und dass sogar auf fremden Dächern. Zudem müssen sich viele EEG-Anlagen einem öffentlichen Genehmigungsverfahren unterziehen und sind später auch nicht zu verstecken. Jeder Wanderer sieht die Windkraftanlagen, jeder Dorfbewohner kennt alle Solaranlagen seiner näheren Umgebung. Multipliziert man die offensichtliche Anlagengröße mit typischen Anlagenerträgen so erhält man recht genau die jeweils produzierte Energiemenge und damit auch die EEG-Vergütung. Die in den Rohdaten enthaltenen Werte sind keine Geheimnisse.
F: Wie erfolgt die geografische Zuordnung der Anlagen?
A: Wir bauen hier primär auf zwei Projekte der Internet-Gemeinde auf. Mit der OpenGeoDB wird eine Zuordnung in die Verwaltungshierarchie gemacht. Die Kartendarstellungen und die Bestimmung genauer Koordinaten erfolgt über den Datenbestand der OpenStreetMap.
Zur OpenGeoDB
F: Was genau ist die OpenGeoDB?
A: Dies ist eine Datenbank für geografische Verwaltungsstrukturen. Man kann dort für ein paar einzelne Länder die Namen der Bundesländer, Gemeinden etc. abrufen. Der OpenGeoDB Datenbestand ist vollkommen frei und darf ohne Lizenzgebühren verwendet werden.
Zur OpenStreetMap
F: Was genau ist die OpenStreetMap?
A: Dies ist der Versuch eine Art "WikiPedia" für Karteninformationen zu schaffen. Freiwillige kartieren hier in ihrer Freizeit die Welt und machen die Ergebnisse auf der Webseite OpenStreetMap für jeden Weltbürger kostenlos zugänglich.
F: Welche Nachteile hat die OpenStreetMap?
A: Der Datenbestand entwickelt sich in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich. Manche sind sehr genau und vollständig, andere weniger. Ein weiteres Problem liegt darin, dass hier nur sehr schwer hierarchische Verwaltungsstrukturen entnommen werden können. Deshalb nutzen wir zusätzlich die OpenGeoDB.
F: Welche Vorteile hat die OpenStreetMap?
A: Wir können damit die Karten von Energieregionen legal und ohne Lizenzgebühren grafisch in hoher Qualität darstellen. Weiterhin können wir dort in einigen Fällen brauchbare GPS-Daten entnehmen und unsererseits in einer von der Internet-Gemeinde akzeptierten Form GPS-basierte Daten publizieren. So sind z.B. sehr viele Windkraftanlagen in OpenStreetMap bereits exakt kartiert.
So können Sie uns helfen
F: Wie kann ich dem Projekt EnergyMap helfen?
A: Es ist für eine Person unmöglich den gesamten Datenbestand zu überprüfen. Wir machen dies lediglich in Stichproben. Wenn Sie in einer Region auf offensichtliche Fehler stossen (z.B. fehlende Gemeinden, Einwohnerzahlen oder Anlagen), dann kontaktieren Sie uns doch einfach.
F: Welche Fehler sind bereits bekannt?
A: Leider noch zu viele (siehe auch: Die "Gesetzesbrecher" bzw. die Detailinfos im Download-Bereich"). Eine kurze Liste der typischen Probleme wäre:
- Eine Zuordnung der Anlagen auf Stadtteile oder Ortsteile wird im Moment nicht durchgeführt, da hierzu die Datenbasis auf allen Seite zu unvollständig ist.
- Orts- und Stadtteile haben "0% EE", weil entweder alle Anlagen der übergeordneten Stadt/Gemeinde zugewiesen wurden oder weil keine Informationen über die Einwohnerzahl vorliegt.
- Anlagendubletten können entstehen, weil der EEG-Anlagenschlüssel nicht eindeutig ist und sich zudem auch noch beliebig oft ändern kann. Warum die Energiewirtschaft diese Form der mehrdeutigen "Nummerierung" gewählt hat, ist bisher unbeantwortet.
F: Wie kann ich die Arbeit der DGS unterstützen?
A: Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) lebt von der aktiven Mitarbeit aber auch der finanziellen Unterstützung durch die Mitglieder. Details zur Mitgliedschaft erfahren Sie hier.